Redebeitrag 15.11.2019 2. Vorsitzender

Beitrag teilen

Der Redebeitrag des 2. Vorsitzenden zu

Hier der Redebeitrag des 2. Vorsitzenden Carsten Lahme zur Demo gegen die Dialogveranstaltung der Afd in Radevormwald zum nachlesen
—————————————–

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Zuhörer,

diese Zeiten sind von Populismus und Tatsachenbehauptungen geprägt.

Kaum noch ein normal denkender Mensch kann sich der Flut erwehren.

Wie keine Anderen schaffen es die Populisten einen nach dem Anderen von uns mit ihren schwülstigen Reden und scheinbar einfachen Lösungen einzuschläfern.

Schon immer waren es aber Künstler und Philosophen, die zu den ersten gehörten, sich solchen zersetzerischen Kräften entgegenzustellen.

Die Kunst, ein Thema, welches sich die sog. Alternative für Deutschland in ihr Parteiprogramm geschrieben hat.

Diese AfD ruft heute zu einem Dialog auf.

Ich habe mir für diesen Tag erlaubt, Schriftwerke der Zeitgeschichte in den Dialog zur AfD zu setzen und rein künstlerisch zu interpretieren.

–Text 1–

Das Judentum gehört nicht zu Deutschland. In seiner Ausbrei-

tung und in der Präsenz einer ständig wachsenden Zahl

von Juden sieht die Partei eine große Gefahr für unseren

Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung. Ein

Judentum, das unsere Rechtsordnung nicht respektiert oder

sogar bekämpft und einen Herrschaftsanspruch als allein-

gültige Religion erhebt, ist mit unserer Rechtsordnung und

Kultur unvereinbar. Viele Juden leben rechtstreu sowie

integriert und sind akzeptierte und geschätzte Mitglieder

unserer Gesellschaft. Die Partei verlangt jedoch zu ver-

hindern, dass sich jüdische Parallelgesellschaften mit

Rabbiner-Richtern bilden und zunehmend abschotten.

Erschrocken? Schockiert? Glauben sie sich in den Anfang des 20. Jahrunderts versetzt?

Warten sie ab.

–Text 2–

Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat,

soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits-

und Moralgefühl der Deutschen Leitkultur verstoßen.

Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven

Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis

zu binden. Sie bekämpft den muslimischen Geist in und außer uns

und ist überzeugt, daß eine dauernde Genesung unseres Volkes nur

erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz vor Eigennutz

Meine Damen und Herren, sie mögen schmunzeln oder abwinken, jedoch sind diese beiden Texte in Ihren Originalen im Internet zu finden. Ich habe ihnen nur den Zeitgeist des jeweils anderen eingehaucht.

Der eine, sie mögen es erahnen, stammt aus dem Jahre 1924 aus einer bis heute angesehenen und eng mit der Deutschen Geschichte verbundenen Gaststätte.

Vorgetragen von einem Österreicher wissen wir alle, wo es am Ende hinführte.

Der Andere stammt von einer Partei, welche Ende November 2019 in einer namentlich ebenfalls angesehenen und eng mit der Deutschen Geschichte verbundenen Stätte ihren Bundesparteitag abhalten will: Der Volkswagenhalle in Braunschweig.

Möge diese Interpretation jenen Menschen, welche im Rauschen des faschistischen Populismus die Orientierung verlieren zu glauben, einen Ankerpunkt geben.

Und an dieser Stelle lassen Sie mich verdeutlichen, wie schnell sich die Ereignisse um dieses Ungetüm entwickeln. Noch während ich mit einem amüsierten Auge die von mir überarbeiteten Texte laß und schrieb, kam folgende Meldung über die öffentlichen Kanäle.

Ich verweise auf Frontal21 und zitiere aus einer Meldung über den AfD Politiker Donatus Schmidt:

„…

In dem 44-minütigen Video äußert sich der Lokalpolitiker zum 11. September 2001. Seine Behauptung: Juden, die im World Trade Center gearbeitet hätten, seien vor dem Anschlag davor gewarnt worden, zur Arbeit zu gehen. Auch seien beide Weltkriege auf dieselbe finanzstarke Macht im Hintergrund zurückzuführen. „Man muss nur sehen: Woher kommt das Geld? Woher kommt die Macht? Woher kommt die Steuerung?“

…“

Ich bin ein sachlicher Mensch, und nur wenige Dinge im Leben bringen mich aus der Fassung und zur aussichtslosen Verzweiflung, aber hier gefror mir wahrlich das Blut in den Adern.

Es geht hier nicht mehr „nur“ um die Vertauschung von Islam und Judentum, nein, hier verdeutlicht sich, die AfD ist eine eminente Gefahr für Beide. Und ich kann nur appellieren, es müssen jetzt und sofort alle Meinungsverschiedenheiten zwischen den Religionen und den Parteien ruhen, sonst werden wir am Ende alle einen Preis bezahlen, bei dem der Klimawandel einem Ponyhof gleichen wird.

Liebe Mitbürger, bitte lassen Sie sich nicht einnebeln. Sehen sie dem offensichtlichen ins Auge und stehen sie als ein Volk gemeinschaftlich dieser wiedererstarkenden Wurzel allen Übels entgegen.

Ich bedanke mich für Ihre Zeit.

Schreibe einen Kommentar